1857 bis 1936

31. August 1857



Olfen am Abend des 31.August 1857, Sicht von der Funnenkampstraße auf den Marktplatz.

Ein heißer Sommertag. Eine Gluthitze liegt über den Dächern der Stadt, mit ihrer dichten Bebauung, und den bis unters Dach mit Futtermitteln und Stroh gefüllten Häusern. Seit langer Zeit ist kein Regen mehr gefallen. Die Brunnen und Gräben in Olfen führen kaum noch Wasser, die Stever ist ebenfalls sehr tief abgesunken. Eigentlich nichts ungewöhnliches in den Sommermonaten vergangener Jahre. Viele Olfener, die noch nebenbei Landwirtschaft betreiben, sind mit Drescharbeiten beschäftigt. So auch der Schuster Wilming an der Neustraße. Vor dem Haus türmen sich Berge von Stroh. In diesem Strohhaufen spielen ein paar Kinder, darunter der Sohn des Schusters mit Streichhölzern. Eines der Hölzer entzündet so rasch, dass der Junge es vor Schreck in das Stroh fallen läßt. So nimmt das Unglück seinen Lauf. Das Streichholz setzt das Stroh in Brand. Schnell fressen sich die Flammen in das Hausinnere. Löschversuche bleiben erfolglos. Schnell werden Feuerspritzen herbeigeschafft. Doch es fehlt an ausgebildetem Personal und Wasser. Hilflos müssen die Olfener mit ansehen, wie ein Haus nach dem anderen in Flammen aufgeht. Begünstigt durch die Hitze und Bauweise der Häuser, zumeist Fachwerk, brennen bis zum Abend 142 Gebäude,darunter 89 Wohnhäuser nieder. 106 Familien und 560 Olfener Bürger werden in wenigen Stunden obdachlos. Ein Todesopfer war zu beklagen. Eine alte Frau wollte sich mit ein paar Habseligkeiten in den Garten retten. Dort erstickte sie im dichten Rauch. Die Überlebenden finden auf Bauernhöfen in Olfen und Umgebung Zuflucht. Die Katastrophe löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Viele Spenden gehen in Olfen ein. Selbst die damaligen deutschen Königshäuser, und der König von Dänemark schicken beachtliche Geldspenden nach Olfen. Es dauert aber Jahre bis Olfen wieder komplett aufgebaut wurde. Die Innenstadt wurde teilweise umgestaltet, die Straßen verbreitert, eine neue Straße (Marktstraße) erschlossen, um in Zukunft solche Brände zu verhindern.




1873

Beschaffung neuer Ledereimer für das Spritzenhaus. Das Spritzenhaus befand sich seit dem Jahr 1823 auf dem Gelände der alten Baumschule (heute K+K Markt)





1874

19. Februar: Die Verlegung des Spritzenhauses wurde auf Antrag des Schulvorstandes der Baumschule stattgegeben. Dennoch verblieb das Spritzenhaus noch 61 Jahre(!) auf dem Gelände der Knabenschule (Baumschule). Sehr zur Freude der dortigen Schüler.




1875

13. August: Nach einem Brand im Hause des Bürgers Niermann wurde festgestellt, das Schläuche der Spritze  No. 1 abgenutzt sind. Es wurde beschlossen neue Lederschläuche (!) zu beschaffen. Die Spritze No. 2, die etwas kleiner war erhielt neue Hanfschläuche. Diese wurden beschafft bei der Firma August Hönig in Köln (Coelln)

16 September: Der Antrag des Kaufmanns M. Isaac auf Entschädigung für verdorbene Gartenfrüchte bei dem Brand des Nachbarhauses (Niermann) wurde stattgegeben. (Auch so etwas gab es damals schon)


Olfen besaß schon vor der offiziellen Gründung einer Feuerwehr ein Spritzenhaus und verfügte über zwei Feuerspritzen.



1881

23. August 1881: "Die Feuerwehr hat sich gebildet, welche sich hoffentlich halten wird" Dieser Satz stammt aus dem Bericht des Olfener Amtmanns Themann an die "Königliche Regierung" die eine Auskunft über die "Organisation des Löschwesens"erbeten hatte. Leider fehlen genauere Unterlagen, so das dieser Bericht als offizielle Gründungsurkunde der Freiwilligen Feuerwehr Olfen anerkannt wird.

Auszug aus dem Bericht:


  • Die Organisation der Löschmannschaften ist erfolgt. Mit dem Reinigen und Schmieren der Spritzen und Schläuche ist der Schumachermeister Franz Ensberg betraut.


  • Die Vervollständigung der Löschmannschaften ist zum Teil erfolgt. Einige neue Wasserkübel sind noch in Arbeit.


  • Die Revision der Spritzen hat stattgefunden.


  • Eine neue Spritze ist nicht beschafft, da die hier vorhandenen Spritzen in gutem Zustand, und in ausreichender Zahl vorhanden sind.




1901

Die Mitglieder der Feuerwehr beschließen ein"Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Olfen" anzuschaffen. Schriftführer wurde der Kaufmann Hugo Stollbrock.




1903

Die Klempnermeister König und Reimann werden zu neuen Gerätewarten ernannt. Der Bäcker Bußmann zum Aufsichtsrat über das Spritzenhaus.




1908

Ein neuer Vorstand wird gewählt.
Th. Beyer.( Chef ), H. Stollbrock ( Vize-Chef ), G. Quante ( Schriftführer ), Lackmann ( Kassenführer ), König ( Gerätewart ), Deitermann ( Beisitzer ), Nathaus ( Beisitzer )

Eine Sterbekasse wird auf Antrag des Herrn Amtmann Kamp gegründet.




1910

Besichtigung der Wehr durch den Königlichen Landrat des Grafen von Westphalen, der der Wehr seine Anerkennung aussprach.



1914

Das Jahr 1914 mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges hat auch für die Feuerwehr Olfen schwere Auswirkungen. Der Übungsbetrieb mußte auf ein Minimum heruntergefahren werden. Viele Kameraden mußten an die Front.




1933

Die Feuerwehr Olfen wurde "Gleichgeschaltet"und zu einem staatlichem Organ, verlor damit ihrer Freiheit




1935


Die Kameraden des Löschzuges Olfen vor "dem Turm" an der Bilholtstraße. Heute steht hier die Volksbank.

Ein neues Gerätehaus wird errichtet. Es verfügte über drei Tore und einen mehrstöckigen Übungsturm. Aus dieser Zeit stammt der Wortgebrauch älterer Kameraden, wenn sie zum Gerätehaus gingen : Ich gehe zum Turm. Heute steht auf dem Gelände die Volksbank.

Eine neue Motorspitze wird beschafft. Hergestellt wurde sie von der Firma Meyer, Hagen. Ausgerüstet mit einem NSU Motor. Dazu kamen 500 Meter neue Schläuche.




1936


Blick vom Kirchturm auf die Kirchstraße mit dem Marktplatz. Rechts im Bild ist auch noch die alte Synagoge zu sehen

Am 24. Januar 1936 findet in der Gaststätte Althoff eine Versammlung der Löschgruppe Vinnum statt. Das Gerätehaus und eine bereits vorhandene Feuerspritze sollen in Stand gesetzt werden. Da sie lange vernachlässigt worden sind und den Ansprüche der Bauernschaft Vinnum nicht mehr gerecht wurden. Die Vinnumer Bürger werden aufgerufen sich im eigenen Interesse darum zu kümmern, da eine schlagkräftigte Wehr zu ihrer eigenen Sicherheit diene.


weiter 1937 bis 1976



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